Der Elbtower in Hamburg: drei Jahre Baustopp
Seit drei Jahren steht an den Elbbrücken ein Kran, der nichts mehr hebt. Am 10. Oktober war ich zum Sonnenaufgang dort. Über dem Wasser lag noch Dunst, die Sonne kam genau hinter dem Rohbau hoch, und in den Pfützen am Ufer spiegelte sich der Turm.


Was hier gebaut werden sollte
Der Elbtower sollte mit 245 Metern das höchste Hochhaus der Stadt werden. Entworfen hat ihn das Büro David Chipperfield Architects aus Berlin, gebaut wurde ab 2021 für einen Bauherrn aus der Signa-Gruppe. Das Grundstück liegt dort, wo Elbe und Oberhafenkanal zusammentreffen, direkt neben der Haltestelle Elbbrücken.
Ende Oktober 2023 stellte die Baufirma die Arbeiten ein, weil der Bauherr Rechnungen nicht bezahlte. Im Januar 2024 folgte die Insolvenz der Projektgesellschaft. Der Turm blieb bei rund 100 Metern stehen, und seitdem ist hier kaum etwas passiert.


Wie es weitergeht
Ein Konsortium mehrerer Unternehmen verhandelt mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter über den Kauf, der Turm gehört ihm noch nicht. Die Pläne sprechen inzwischen von 199 statt 245 Metern, ein Bauvorbescheid für die kleinere Variante liegt vor. Im Gespräch sind Büros, ein Hotel und eine Aussichtsplattform, und die Stadt prüft, ob in die unteren Etagen das geplante Naturkundemuseum einzieht. Entschieden ist davon noch nichts, und ein Termin für den Weiterbau fehlt.
Die Lage ändert sich fast jede Woche. Dieser Text gibt den Stand vom 5. November 2026 wieder.


Gegenstück zur Elbphilharmonie
Das Architekturbüro beschreibt den Turm als Gegenstück zur Elbphilharmonie im Westen. Beim Recherchieren habe ich auf der Seite des Büros eine frühe Skizze gefunden: links die Welle der Elbphilharmonie, rechts der Turm, und dazwischen ein großer Bogen über die HafenCity. Für mich sieht das aus, als wären die beiden als Anfang und Ende gedacht, als zwei Klammern um den neuen Stadtteil. Die Skizze zeige ich hier nicht, du findest sie auf der Seite von David Chipperfield Architects.
Beide Gebäude sieht man vom Energiebunker in Wilhelmsburg aus, vom selben Standort.


Mein Blick auf den Turm
Der Turm verändert die Silhouette an den Elbbrücken, egal ob er fertig wird oder nicht. Morgens im Gegenlicht sieht man ihm seine Geschichte kaum an. Wer ihn selbst sehen möchte, steigt an der Haltestelle Elbbrücken aus, sie liegt direkt daneben.



Was wünschst du dir für den Elbtower?
Wenn du magst
Mehr vom Hafen und von der HafenCity findest du in meinen Beiträgen zur Elbphilharmonie, zum Stintfang und zum Alten Elbtunnel. Weitere Bilder zeige ich in meinem Portfolio, ausgewählte Motive gibt es als Drucke im Shop.
Mehr von meinem Blick auf Hamburg findest du auf Instagram unter @felicitys_view. Für Bildanfragen, Lizenzen oder Projekte schreib mir gern.

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